Bezirksmaiandacht in der Kaikenrieder Kirche

 

„Maria, breit den Mantel aus“ – Maiandacht des Bezirksfrauenbundes

Mariä Himmelfahrt in Kaikenried als ideales Gotteshaus zur Marienandacht

 

Etwa 300 Frauen aus dem Frauenbundbezirk Deggendorf feierten die Maiandacht in Mariä Himmelfahrt mit Pater Tomy vor dem Glasfenster, das Maria mit dem Schutzmantel zeigt und zu einer Meditation anregte

„Gegrüßet seist du, Königin“: Mit diesem Marienlied eröffneten in der Filialkirche Mariä Himmelfahrt in Kaikenried etwa 300 Frauen aus den 20 Zweigvereinen des Frauenbundbezirks Deggendorf die diesjährige Bezirksmaiandacht. Mit dabei auch die beiden Vorsitzenden Erna Niedermayer aus Viechtach und Barbara Hundschell aus Deggendorf. Die Andacht begleitete zur Aushilfe Pater Tomy aus Böbrach. Der Geistliche Beirat des Bezirks, Pfarrer Wolfgang Riedl aus Deggendorf musste sich entschuldigen lassen.

Das Team des Frauenbund-Zweigvereins Kaikenried um Vorsitzende Martha Steer hatte eine anspruchsvolle und durchdachte Maiandacht ausgearbeitet mit vielen Liedern, einer Lesung. Meditationen, Fürbitten und Wechselgebeten. Den Abschluss bildete der Eucharistische Segen durch Pater Tomy.

„Die Kirche ist ein Ort, an dem wir uns geborgen und sicher, angenommen und verstanden fühlen“, meinte Pater Tomy zu Beginn der Andacht. Die Kirche habe uns stellvertretend Maria als erste Glaubende vor Augen gestellt, in deren Schutz wir uns begeben und sicher sein können. So entstand in der christlichen Kunst die Darstellung der Schutzmantelmadonna.

Im Mittelalter habe es den Brauch des Mantelschutzes gegeben. Flüchtlinge und Verfolgte konnten sich unter den Mantel einer vornehmen Frau flüchten und waren damit vor Verfolgung sicher. Kinder wurden adoptiert und legitimiert, indem sie bei der Eheschließung unter den Mantel genommen wurden. Dieser Brauch des Mantelschutzes wurde im 13. Jahrhundert auf Maria übertragen. Bald entstanden Plastiken, Reliefs, Gemälde und Glasmalereien, die Maria als Schutzmantelmadonna zeigten.

Auch das meterhohe farbenfrohe Glasfenster hinter dem Altar in der Kaikenrieder Kirche zeigt Maria mit dem Mantel und regte die Frauen zu einer Meditation an: Maria steht hoch aufgerichtet. In ihrem weit geöffneten Mantel sieht man die Gesichter zahlreicher Menschen. Die Augen Marias schauen nicht nach oben zu Gott, sondern sind nach unten zu den Menschen hin gerichtet. Ihr Mantel ist goldfarben. In der Farbsymbolik des Mittelalters war Gold die Farbe der Ewigkeit. Das Blau ihres Umhangs steht für den   Glauben und das Rot ihres Kleides für die Liebe. Voll Liebe wendet sich Maria damit allen Menschen zu, die sich in ihren Schutz begeben. Zu erkennen sind Bischöfe, Kleriker und weltliche Herrscher, vor allem aber viele einfache Menschen unterschiedlichen Alters, Männer und Frauen. Auf dem Glasbild ist aber auch noch viel Platz: Platz für alle, die sich unter ihren Schutz begeben, sich  ihr anvertrauen möchten.

So baten die Frauen Maria um Hilfe, dass Stolz, Selbstgerechtigkeit und Verachtung  aus unseren Herzen weiche. Mit einem neuen Herzen wollten sie einander dienen und den Anderen mehr achten als sich selbst. Alle Opfer von Gewalt und Kriegen möge Maria in ihr mütterliches Herz aufnehmen. Alle Trauernden möge sie trösten. Von ihr erbeten wurden der Geist der Einheit und des Friedens für unsere Zeit, der Geist der Versöhnung und des Vertrauens, der Gerechtigkeit und der Liebe, der Wahrheit und der Stärke.

Mit Maria, ihrer Schutzmantelmadonna, erbaten sie Hilfe von Gott für alle Mütter, die sich um ihre Kinder sorgen, die ein behindertes Kind zur Welt gebracht haben, deren Kinder krank, drogenabhängig, im Gefängnis oder vermisst sind, deren Kinder Opfer von Krieg, Terror und Verfolgung wurden, für Mütter, die keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern haben, die ein Kind verloren haben noch bevor es leben durfte, die den Tod eines Kindes betrauern.

Der Kirchenchor Kaikenried unter Leitung von Wolfgang Geiger bekräftigte die Gebete und Bitten mit gedanklich passenden Marienliedern, teils in lateinischer Sprache, fand aber auch Liedgut, bei dem alle Frauen ihre Stimmen einbringen konnten. Die ausgezeichnete Akustik der Kirche verstärkte die Lieder zu einem Brausen.

Vorsitzende Martha Steer dankte allen, die zum Gelingen der Bezirksmaiandacht beigetragen hatten: Pater Tomy, der rasch zur Aushilfe eingesprungen war, dem Chor und allen Lektorinnen, sowie ihrem Team, das für die Damen im Eingangsbereich der Kirche zum Empfang pikante Häppchen und kleine Kuchen und heiße Getränke bereit hielt. In einem Abriss erläuterte sie auch ein wenig die Kaikenrieder Kirche, die zwar sehr modern ist, aber bereits 50jähriges Jubiläum feiern durfte. Als Filialkirche gehört Mariä Himmelfahrt zur Pfarrei Geiersthal. Abschließend dankte sie sehr herzlich, dass so viele Frauen aus dem Bezirk zur Maiandacht gekommen waren. Dies sei ein Zeugnis, dass der Frauenbund aktiv und lebendig ist.